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Begriffserklärungen zu Holzbauweise, Gebäude- und EnergietechnikBegriffserklärungen zu Holzbauweise, Gebäude- und Energietechnik

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A

Anlagenaufwandszahl

Sie beschreibt die energetische Effizienz des gesamten Anlagensystems über Aufwandszahlen. Die Aufwandszahl stellt das Verhältnis von Aufwand zu Nutzen (eingesetzter Brennstoff zu abgegebener Wärmeleistung) dar. Je kleiner die Zahl ist, um so effizienter ist die Anlage. Die Aufwandszahl schließt auch die anteilige Nutzung erneuerbarer Energien ein. Deshalb kann dieser Wert auch kleiner als 1,0 sein (z. B. bei Pelletsheizung oder Solarkollektoren). Bei der angegebenen “Anlagenaufwandszahl” ist die “Primärenergie” einbezogen. Die Zahl gibt also an, wie viele Einheiten (kWh) Energie aus der Energiequelle (z. B. einer Erdgasquelle) gewonnen werden müssen, um mit der beschriebenen Anlage eine Einheit Nutzwärme im Raum bereitzustellen. Bei Wohngebäuden ist in der Anlagenaufwandszahl auch die Bereitstellung einer normierten Warmwassermenge berücksichtigt. Die Anlagenaufwandszahl hat nur für das berechnete Gebäude Gültigkeit. Beheizte Wohnfläche

B

Beheizte Wohnfläche

Die Wohnfläche kann nach § 44 Abs. 1 der für den preisgebundenen Wohnraum geltenden II. Berechnungsverordnung ermittelt werden. Sie bezieht nur die wirklich innerhalb der Wohnung genutzten Flächen ein und ist in der Regel kleiner als die nach physikalischen Gesichtspunkten ausgerechnete Gebäudenutzfläche im Sinne der Energieeinsparverordnung.

Blower-Door-Messung

Mit der Blower-Door-Messung kann man zuverlässig die Luftdichtheit von Gebäuden messen. Die Messung erfolgt nach Einbau der Fenster und Fertigstellung der Luftdichtheitsebene (Dampfbremse). Mittels eines Ventilators, der in eine Öffnung der Außenhülle (Haustür oder Fenster) eingesetzt wird, erzeugt man einen Über- oder Unterdruck von 50 Pascal. Aufgrund der Luftmenge, die dabei hinaus- oder hingeblasen wird, errechnet sich die Luftwechselrate. Ist die Luftdurchlässigkeit zu hoch müssen eventuelle Undichtigkeiten und Leckagen ausfindig und nachgebessert werden. Die Blower-Door-Messung ist sozusagen die Qualitätssicherung der Gebäudehülle. Bauschäden und Energieverluste während der späteren Bewohnung werden dadurch vermieden.

Brennwert und Heizwert

Der Energieinhalt gibt an, wie viel Energie in einer Einheit dieses Brennstoffes gebunden ist, z. B. 10 Kilowattstunden pro 1 Liter Heizöl. Der Energieinhalt wird wie die Wärmeverluste der Wärmeerzeugung auf den Brennwert (Ho) oder den Heizwert (Hu) bezogen angegeben. Der Brennwert ist dabei der größere Wert, denn er berücksichtigt, dass ein Teil des Wasserdampfes, der bei der Verbrennung entsteht, kondensiert und dabei zusätzliche Wärme freigibt. Der Heizwert berücksichtigt dies nicht.

Brennwerttechnik

Bei der Brennwerttechnik wird die im Abgas befindliche Latentwärme zusätzlich genutzt. Mittels geeigneter Abgaswärmetauscher, die im Rücklauf der Heizung angeordnet sind, wird der im Abgas enthaltene Wasserdampf kondensiert und damit auch diese Verdampfungswärme ausgenützt. Das Kondensat muß abgeführt werden.

Brettstapelelemente

Die Brettstapelbauweise ist eine massive Holzbauweise. Die Idee stammt aus Skandinavien, wo sie bereits um die Jahrhundertwende (1900) eingesetzt wurde. Brettstapelelemente haben folgende Anwendungen: tragende und nichtragende Innen-, Außen- und Gebäudetrennwände, sichtbare und nichtsichtbare Decken, Holzbetonverbunddecken mit Überbeton und für flache oder steile Dächer. Zur Herstellung werden getrocknete (u < 15 %), gehobelte Fichten-Massivholzbretter mit Breiten von 80 bis 200 mm verwendet. Die Bretter werden auf einer Fertigungsanlage aufgestapelt und jedes Brett mit dem darunter liegenden Brett mittels Holzdübel oder Nägel verbunden. Brettstapeldecken haben bei gleicher Dicke eine höhere Tragfähigkeit als Betondecken, da hier der ganze Querschnitt trägt.

C

CO2-Äquivalente

Dies ist ein Maß für die Treibhauswirkung eines Energieträgers. Sie werden normalerweise in der Einheit “Gramm pro Kilowattstunde” (g/kWh) angegeben. Holz hat zum Beispiel einen Wert von nahezu Null, da bei der Verbrennung das CO2 frei wird, das der Baum während des Wachstums aufgenommen hat.

D

Dichtheit des Gebäudes

Gemeint ist die Dichtheit der wärmeübertragenden Umfassungsfläche. Sie soll sicherstellen, dass der Austausch der Raumluft nicht unkontrolliert aufgrund der Wind- und Luftdruckver-hältnisse, sondern gezielt nach hygienischen Erfordernissen oder sonstigen Bedürfnissen (z. B. Behaglichkeit, gesundes Raumklima) erfolgen kann. Unerwünschte Luftwechsel über Bauteilfugen sind nicht nur zusätzliche Energieverluste, sie können auch zu Bauschäden führen, wenn sich durch warme, feuchtigkeitsgeladene Luft in kalten Bauteilschichten Tauwasser bildet. Die Lüftung eines Gebäudes wird durch eine nach dem Stand der Technik dichte Ausführung nicht beeinträchtigt; sie kann nur durch gezieltes, wohldosiertes Öffnen der Fenster oder durch Lüftungsanlagen sichergestellt wird.

Diffuse Strahlung

Indirekte Strahlung bzw. Disffusstrahlung entsteht bei dunstiger Atmosphäre, d.h. wenn das Sonnenlicht durch Wolken oder Nebel strahlt. Dann wird das Licht so zerstreut, dass es nicht geradlinig auf die Erdoberfläche treffen kann. Zwar ist die diffuse Einstrahlung schwächer als die direkte, sie kann aber dennoch zur passiven und aktiven Wärmegewinnung genutzt werden.

Drei-Liter-Haus

Dieser Begriff wurde vom 3-Liter-Auto abgeleitet. Ein 3-Liter-Haus ist ein Haus, das einen spezifischen Jahresheizwärmebedarf von kleiner gleich 30 KWh pro 1 m² Wohnfläche und Jahr hat. Dies entspricht einem Verbrauch von 3 Liter Heizöl pro m² Wohnfläche und Jahr.

DWD-Holzfaserplatte

Eine DWD-Platte ist eine diffusionsoffene, mitteldichte Holzfaserplatte. Die Abkürzung DWD bedeutet "diffusionsoffene Wand- und Dachplatte". Die Verleimung der Holzfasern erfolgt mittels formaldehydfreie Polyurethanharzverleimung. Die DWD-Platte wird meist im Holzhausbau als Beplankung (außenseitig) auf die Tragwerkständer eingesetzt. Ebenso im Dachbereich als Ersatz für die Holzverschalung.

E

Endenergiebedarf

Energiemenge, die den Anlagen für Heizung, Lüftung, Warmwasserbereitung und Kühlung zur Verfügung gestellt werden muss, um die normierte Rauminnentemperatur und die Erwärmung des Warmwassers über das ganze Jahr sicherzustellen. Diese Energiemenge bezieht die für den Betrieb der Anlagentechnik (Pumpen, Regelung, usw.) benötigte Hilfsenergie ein. Die Endenergie wird an der “Schnittstelle” Gebäudehülle übergeben und stellt somit die Energiemenge dar, die dem Verbraucher geliefert und mit ihm abgerechnet wird. Der Endenergiebedarf ist deshalb eine für den Verbraucher besonders interessante Angabe. Er muss vor diesem Hintergrund im Energiebedarfsausweis getrennt nach verwendeten Energieträgern angegeben werden; bei Wohngebäuden kann er neben der auf die Gebäudenutzfläche bezogenen Angabe und dem absoluten Wert (Gesamtbedarf für das Gebäude) auch auf die Wohnfläche bezogen angegeben werden (freiwillige Angabe). Der auf die Wohnfläche bezogene Bedarfswert ist in der Regel höher als der entsprechende, auf die Gebäudenutzfläche bezogene Wert, weil die Wohnfläche in der Regel kleiner ist als die Gebäudenutzfläche.

Energiebedarf

Energiemenge, die unter genormten Bedingungen (z.B. mittlere Klimadaten, definiertes Nutzerverhalten, zu erreichende Innentemperatur, angenommene innere Wärmequellen) für Beheizung, Lüftung und Warmwasserbereitung (nur Wohngebäude) zu erwarten ist. Diese Größe dient der ingenieurmäßigen Auslegung des baulichen Wärmeschutzes von Gebäuden und ihrer technischen Anlagen für Heizung, Lüftung, Warmwasserbereitung und Kühlung sowie dem Vergleich der energetischen Qualität von Gebäuden. Der tatsächliche Verbrauch weicht in der Regel wegen der realen Bedingungen vor Ort (z.B. örtliche Klimabedingungen, abweichendes Nutzerverhalten) vom berechneten Bedarf ab.

Energieeinsparverordnung (EnEV)

Am 01. Februar 2002 trat die neue Energieeinsparverordnung in Kraft. In ihr wurde die bisherige Wärmeschutzverordnung von 1995 und die Heizanlagenverordnung zusammengefasst. Ziel ist es eine ganzheitliche Planung von Gebäuden zu erreichen. Anlagentechnik und Gebäudehülle sind aufeinander abzustimmen und zu optimieren. In der ENEV sind wichtige Punkte, wie Gebäudedichtheit, Wärmebrücken, Mindestwärmeschutz, Nachrüstung von Heizanlagen, Energiebedarfsausweis, Energieverbrauchskennwerte, etc. geregelt. Für 2009 ist eine Novellierung der EnEV (Verbesserung um 30 % zu EnEV 2007) in Planung. Die Umsetzung der EnEV 2009 ist von der Verabschiedung im Bundesrats abhängig.

G

gF-Wert

Der Gesamtenergiedurchlassgrad (in %) eines Fensters beschreibt den solaren Eintrag (Nutzen). Bei einem Fenster (Scheibe) mit einem g-Wert von 0,56 können 56 % der solaren Einstrahlung (Energie) genutzt werden.

H

Holzpellets

Holzpellets werden aus Säge- und Hobelspänen, d. h. Restholz, ohne chemische Zusätze und nur mit natürlichem Holzharzen als Bindemittel unter hohem Druck gepresst. Sie haben einen Durchmesser von 5 bis 15 mm und eine Länge von 10 bis 30 mm. Der Feuchtegehalt liegt bei ca. 8 % (max. 12 %). Der Energiewert der Pellets ist, bezogen auf die Raumeinheit, halb so groß wie der von Heizöl. Pellets sind in Deutschland genormt nach DIN 51731. Holzpellets sind ein preiswerter, umweltschonender, gut lagerfähiger und regional gewonnener Energieträger. Bei der Verbrennung wird nur soviel CO2 frei, das zuvor beim Baumwachstum gebunden worden ist.

Holzrahmenbauweise

Die Holzrahmenbauweise ist ein kosten- und flächensparendes Konstruktionsprinzip. Eine Wand in Holzrahmenbauweise besteht aus Schwelle, Ständer und Rähm. Die Ständer werden meist in einem Raster von 62,5 cm oder 83,3 cm angeordnet. Das Gefach dazwischen wird mit Wärmedämmung gefüllt. Beidseitig erhält die Rahmenkonstruktion eine Beplankung: innenseitig mit einer OSB-Platte und außenseitig eine DWD- oder andere Holzfaserplatte. Dies bildet die “Rohbauwand”. Danach erfolgt der weitere Innen- bzw. Außenwandaufbau. Vorteile der Holzrahmenbauweise sind der hohe Vorfertigungsgrad, die kurze Montagezeit (dadurch sehr geringe Bauzeit), trockene Bauweise (nach Fertigstellung ist das Gebäude trocken), keine Gefahr von Schimmelbildung, gutes Raum- und Wohnklima, mehr Wohnfläche aufgrund geringer Wandstärken, diffusionsoffene Bauweise, Verwendung von umweltschonenden Baustoffen (Holz), weit aus geringere Heizkosten als bei Massivbauweise, da der U-Wert sehr gering ist (U = 0,20 bis 0,15 W/m²·K)

I

Innere Wärmequellen

Dies sind Quellen, die innerhalb des beheizten Raumes entstehen und von Wärmequellen des Heizsystems unabhängig sind (z. B. Personen, elektrische Geräte, etc.).

J

Jahresheizwärmebedarf

Wärme, die den beheizten Räumen zugeführt werden muss, um die innere Solltemperatur der beheizten Räume einzuhalten.

Jahresprimärenergiebedarf

Jährliche Energiemenge, die zusätzlich zum Energieinhalt des Brennstoffes und der Hilfsenergien für die Anlagentechnik mit Hilfe der für die jeweiligen Energieträger geltenden Primärenergiefaktoren auch die Energiemenge einbezieht, die für Gewinnung, Umwandlung und Verteilung der jeweils eingesetzten Brennstoffe (vorgelagerte Prozessketten außerhalb des Gebäudes) erforderlich ist. Die Primärenergie kann auch als Beurteilungsgröße für ökologische Kriterien, wie z.B. CO2-Emission, herangezogen werden, weil damit der gesamte Energieaufwand für die Gebäudebeheizung einbezogen wird. Der Jahres-Primärenergiebedarf ist die Hauptanforderung der Energieeinsparverordnung.

K

Konvektion

Leicht bewegliche Stoffe, wie Gas, Dämpfe oder Flüssigkeiten können Wärmeenergie aufnehmen und weitertransportieren (mitführen). Dies geschieht entweder durch thermischen Auftrieb oder durch eine Zwangsumwälzung mittels Ventilatoren oder Pumpen.

Kraft-Wärme-Kopplung

Die Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) als gleichzeitige Erzeugung von Wärme und Elektrizität trägt aufgrund des hohen Wirkungsgrades zur Senkung der Energiekosten bei, verringert die klimarelevanten Emissionen und schont die Energieressourcen. Bei der KWK wird die Abwärme, die bei der Stromerzeugung anfällt und die normalerweise in einem Kühlturm “vernichtet” wird, als Nutzwärme für die Heizung und Warmwasseraufbereitung verwendet.

KVH

Die Abkürzung KVH® steht für Konstruktionsvollholz. Dabei handelt es sich um getrocknetes, güteüberwachtes Konstruktionsholz, das vorzugsweise beim Holzrahmenbau zur Anwendung kommt.

L

Lüftungsanlage

Die Lüftungsanlage gewährleistet eine kontrollierte Be- und Entlüftung der Wohnräume im Gebäude. Dies geschieht mittels einem Ventilator und den Lüftungskanälen (rund oder rechtecktig).Weitere Bestandteile einer Lüftungsanlage sind Schalldämpfer, Wärmetauscher, Luftfilter, Ventile/Gitter und Nachheizregister (z. B. beim Passivhaus). Angenehmes Raumklima und hygienisch unbedenkliche Raumluftqualität sind Grundlage für ein gesundes Wohnen und Wohlbefinden. Daher sollte in jedes neu gebaute Haus eine Lüftungsanlage.

Lüftungswärmeverluste

Wärme, die von beheizten Räumen an die äußere Umgebung durch kontrollierte oder unkontrollierte Lüftung in einer bestimmten Zeit abgegeben wird.

Luftwechselrate

Die Luftwechselrate (meist n) ist ein Maß dafür, wie oft das beheizte Luftvolumen eines Gebäudes mit Außenluft in einer Zeiteinheit (meist 1 Stunde) ausgetauscht wird. Somit bedeutet ein Luftwechsel von 1,5 1/h, dass das Luftvolumen eines Gebäudes 1,5 mal innerhalb einer Stunde ausgetauscht wird.
Zulässige Luftwechselraten für folgende Baustandards sind:
Niedrigenergiehaus: 1,5 1/h
Niedrigenergiehaus mir Lüftungsanlage: 3,0 1/h
Passivhaus: 0,6 1/h

N

Niedrigenergiehaus

Als Niedrigenergiehaus bezeichnet man ein Gebäude, dass einen spezifischen Jahresheizwärmebedarf von kleiner gleich 70 KWh pro 1 m² Wohnfläche und Jahr hat. Um diesen Wert anschaulicher darzustellen, kann man auch sagen dies entspricht einem Verbrauch von ca. 7 Liter Heizöl bezogen auf 1 m² Wohnfläche in einem Jahr. Beim Niedrigenergiehaus handelt es sich nicht um eine Bauweise sondern um eine nicht standardisierte Definition.

O

OSB-Platte

OSB-Flachpressplatten sind aus großflächigen vorzugsweise parallel zur Plattenoberfläche liegenden Langspäne aufgebaute Platten. Der Begriff OSB kommt aus dem englischen und bedeutet “Oriented Strand Boards”; z. deutsch: Platte mit ausgerichteten Spänen. Zur Verleimung werden Phenolharzleime und PMDI-Leime verwendet. OSB-Platten werden meist im Holzbau und Holzhaubau eingesetzt. Beim Holzrahmenbau hat die OSB-Platte eine statische Funktion (Wandaussteifung) und bildet zugleich die Dampfbremse.

P

Passivhaus

Ein Passivhaus ist ein Gebäude, in dem ein komfortables Innenklima ohne aktives Heiz- und Klimaanlage erreicht werden kann. D. h. das Haus “heizt” und kühlt sich eben rein passiv. Voraussetzung hierfür ist ein spezifischer Jahresheizwärmebedarf von weniger als 15 KWh/m²·a. Neben dieser Anforderungen gilt weiterhin, dass der gesamte spezifische Primärenergiebedarf pro m² Wohnfläche den Wert von 120 KWh/m²·a nicht überschritten wird.

Um den Passivhaus-Standard zu erreichen sind folgende baulichen Grundsätze einzuhalten:

  • Sehr guter Wärmeschutz und kompakte Bauweise. Alle wärmeübertragenden Bauteile des Gebäudes werden mit einen U-Wert kleiner als 0,15 W/(m²K) ausgeführt
  • Südorientierung und keine Verschattung des Gebäudes. Die passive Nutzung der Solarenergie bildet einen wesentlichen Faktor für das Passivhaus.
  • Fenster mit hochwärmedämmenden Gläsern und Rahmen. Die Fenster (Verglasung einschließlich Flügel- und Blendrahmen) sollen einen U-Wert von 0,8 W/(m²K) nicht überschreiten, bei einem g-Wert um die 50 %.
  • Luftdichtigkeit des Gebäudes. Das Gebäude muß mit einer luftdichten Gebäudehülle ausgeführt sein. Der für diesen Druck notwenige Luftstrom wird mittels des Blower-Door-Tests gemessen (Faktor nL50-Luftwechsel), er ist je nach Dichtheit unterschiedlich. Der gemessene Wert wird auf das Raumvolumen bezogen: n50 = V50 / VLt. Für Passiv- häuser gilt ein Wert unter 0,6 /h.
  • Passive Vorerwärmung der Frischuft. Die Frischluft kann über einen Erdwärmetauscher (EWT) in das Gebäude geführt werden. Im Winter dient der EWT zur Vorwärmung der kalten Außenluft (bis auf 5 °C) und im Sommer zur Kühlung der zugeführten warmen Außenluft.
  • Einbau einer Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung. Der warmen Abluft wird mittels eines effektiven Wärmetauschers (Wirkungsgrad > 85%) Wärme entzogen und der kalten Frischluft zugeführt.
  • Erwärmung des Brauchwassers mittels regenerativen Energien. Mit Hilfe von Solarkollektoren oder auch mit Wärmepumpen wird die Energie für die Warmwasseraufbereitung gewonnen.
  • Verwendung von Haushaltsgeräten mit sehr niedrigem Energieverbrauch. Der Einsatz von hocheffizienten Stromspargeräten (Kühlschrank, Herd, Tiefkühltruhe, Lampen, Trockner, Waschmaschine, usw.) sind ein unverzichtbarer Bestandteil eines Passivhauses.

Primärenergiefaktor

Der Primärenergiefaktor ist eine Kennzahl, die Werte zwischen 0 und normalerweise bis zu 3 annehmen kann. Er berücksichtigt für jeden Energieträger den Aufwand, der bei der Förderung, der Erzeugung und beim Transport bis zum Endverbraucher anfällt.

S

Solarer Wärmegewinn

Aufgrund direkter Sonneneinstrahlung durch transparente Bauteile (Fenster) ergeben sich solare Wärmegewinne im Gebäude. Der solare Wärmegewinn wird bestimmt durch die Ausrichtung und Größe der Fenster, dem Energiedurchlassgrad der Gläser sowie Einflüssen der Verschattung.

T

Tauwasserbildung

Tauwasser fällt aus, wenn die innenseitige Oberflächentemperatur die Tauwassertemperatur unterschreitet. Die Tauwasserbildung hängt ab von der Raumtemperatur, der Luftfeuchtigkeit und der Oberflächentemperatur. In einem bauphysikalischen Gutachten kann die optimale Lage des Taupunkts für die Konstruktion bestimmt werden.

Transmissionswärmeverluste

Wärmestrom durch die Außenbauteile je Grad Kelvin Temperaturdifferenz. Es gilt: je kleiner der Wert, um so besser ist die Dämmwirkung der Gebäudehülle. Durch zusätzlichen Bezug auf die wärmeübertragende Umfassungsfläche liefert der Wert einen wichtigen Hinweis auf die Qualität des Wärmeschutzes.

U

U-Wert

Der U-Wert ist der Wärmedurchgangskoeffizient eines Bauteiles und wird bestimmt durch die Wärmeleitung der enthaltenen Einzelbauteile sowie dem Wärmeübergang an den Oberflächen (innen und außen). Er besagt wie viel Energie pro 1 m² Bauteilfläche bei einem Temperatur- unterschied von 1 Kelvin abgegeben wird. Früher auch als k-Wert bezeichnet. Um so kleiner der U-Wert eines Bauteiles um so besser ist die Wärmedämmung.

W

Wärmeübertragende Umfassungsfläche

Auch Hüllfläche genannt. Sie bildet die Grenze zwischen dem beheizten Innenraum und der Außenluft, nicht beheizten Räumen und dem Erdreich. Sie besteht üblicherweise aus Außenwänden einschließlich Fenster und Türen, Kellerdecke, oberster Geschossdecke oder Dach. Diese Gebäudeteile sollten möglichst gut gedämmt sein, weil über sie die Wärme aus dem Rauminneren nach Außen dringt.

Wärmebrücken

Wärmebrücken sind Zonen der Außenbauteile, bei denen gegenüber der sonstigen Fläche ein besonders hoher Wärmeverlust/-strom auftritt. Bei den Wärmebrücken unterscheidet man zwischen geometrischen und materialbedingten Wärmebrücken. Wärmebrücken verursachen erhöhte Energieverluste und niedrige Oberflächentemperaturen. Die Folge davon sind Tauwasser- und Schimmelbildung. Wärmebrücken müssen deshalb besonders konstruktiv behandelt und energetisch optimiert werden.

Wärmeleitzahl

Die Wärmeleitzahl ist eine materialabhängige Kenngröße für die Fähigkeit Wärme zu leiten. Sie besagt wie viel Wärme in W auf einen Meter bei einem Temperaturunterschied von 1 Kelvin geleitet wird. Umso geringer die Wärmeleitzahl eines Stoffes ist, umso besser ist der Wärmedämmeffekt. Nadelholz hat eine Wärmeleitzahl von 0,13 W/m·K. Beton hingegen einen von 2,10 W/m·K. Holz hat eine ca. 16-fach höhere Wärmedämmung wie Beton.

Wärmestrahlung

Wärmestrahlung ist die nicht sichtbare Abstrahlung der Wärmeenergie in Form elektromagnetischer Wellen mit Wellenlängen zwischen 0,8 bis 800 m (1 m = 1/1000 m). Je höher die Temperatur einer strahlenden Körpers (z. B. Kachelofen, Wandheizung) ist, desto kürzer ist die Wellenlänge der Strahlung. Der nicht sichtbare Teil der Strahlung wird als “Infrarotstrahlung” bezeichnet. Die Abstrahlung der Wärmeenergie ist auch ohne Zwischenmedium (Luft) möglich. Beim Auftreffen auf einen Körper wird die Strahlungsenergie, soweit sie nicht – wie z. B. von blanken metallischen Flächen – reflektiert wird, absorbiert und in Wärmeenergie zurückgewandelt.

Z

Zellulose-Dämmung

Die Zellulose-Dämmung wird im Recylingverfahren aus zerkleinerten Tageszeitungen und Altpapier hergestellt. Aus Gründen des Brandschutzes und zur Konservierung wird Borsalz beigesetzt. Diese Art der Dämmung hat sich seit den 20er Jahren international bewährt. Die Zellulose-Dämmung bietet einen guten Wärme-, Brand-, Schall- und Feuchteschutz und trägt ganzjährig zu einem angenehmen Raumklima bei.