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Zertifiziertes Bauen mit Strohballen in Passivhausbauweise

Stroh ist bekannt als Armierungswerkstoff im Lehmbau. Als Dämmmaterial im Dach- und Wandbereich bietet es hervorragende Eigenschaften, der Lambda-Wert liegt sogar unter dem von Holzweichfaserdämmplatten. Mit entsprechender Sorgfalt bei der Strohballenfertigung, einer güteüberwachten Strohqualität und dem fachgerechten Einbau bietet die Strohballenbauweise neben einer sehr guten CO2-Bilanz bei der Herstellung eine höchwärmegedämmte Gefachdämmung, die auch für anspruchsvolle Passivhauskonstruktion geeignet ist.

Stroh ist in ein schnell nachwachsender, kostengünstiger und leicht zu bearbeitender Baustoff mit recht guten Wärmedämmeigenschaften. Über spezielle Ballenpressen wird der Werkstoff nach vorhergehender Qualitätsprüfung in der gewünschten Form und Pressung bauortnah auf dem Feld hergestellt und dann zwischengelagert oder gleich im Rohbau zur Weiterverarbeitung bereit gestellt. Die gepressten Strohballen werden nach dem Einsetzen ins Holzgefach von den Bindungen befreit. Die Pressung entspannt sich, das Stroh dehnt sich aus und füllt die Dämmkammer aus. Die Strohballenbauweise ist prädestiniert für energiesparende Bauen, in bauphysikalischen Tests und Langezeitbeobachtungen ist die Funktionsfestigkeit und Unbedenklichkeit des Bauens mit Stroh nachgewiesen.

Bauablauf beim Strohballenhaus

Kombination aus Hightech und Lowtech

In Synergie mit dem Lehmbau können wesentliche Details beim Strohhaus optimal gelöst. Stroh- und Lehmbau sind traditionelle Bauweisen, 35 % der Weltbevölkerung leben beispielsweise in Lehmbauten. Auch bei modernen Bauweisen setzt sich die Stroh-/Lehmbauweise mit Ihren Vorteilen durch, sie bietet ein angenehmes Raumklima und eine gutmütige diffusionsoffene Gebäudehülle. Lehm nimmt Feuchtigkeit auf und gibt diese wieder an die Raumluft ab, diese Wechselwirkung begünstigt eine ausgeglichene und wohltuende Raumluftfeuchte für die Bewohner. Die Synergie aus alten Baumaterial kombiniert mit energieeffizienter Wärmetechnik und hochwärmeisolierten Fensterlementen zeigt, dass diese Bauweise auch für moderne, zukunftsorientierte Architektur bestens geeignet ist. Sie bietet niedrigen Energieeinsatz bei Erstellung bzw. Nutzung und ein sehr gutes CO2-Äquivalent.